Arbeitsgruppe Angehörigenarbeit

Inhaftierung betrifft auch Angehörige

Betroffen sind: Partner/Partnerinnen, Kinder, Eltern und Geschwister, Verwandte, Pflegefamilien

Wenn ein Mensch straffällig und inhaftiert ist, hat das Auswirkungen auf das gesamte Beziehungsgeflecht. Die zwangsweise und oftmals plötzliche Trennung vom Familienmitglied kann bei den Angehörigen eine schwere Krise auslösen, in der sie weitestgehend sich selbst überlassen sind.

Partner/Partnerinnen erleben die Trennung als persönliche Katastrophe, die tief in ihren Alltag hineinwirkt. Plötzlich sind sie allein verantwortlich für die Kinder und deren Entwicklung ebenso wie für das Einkommen, den Haushalt etc.

Kinder können das plötzliche Verschwinden eines Elternteils kaum verstehen. Häufig kennen sie weder den wahren Grund für die Abwesenheit des Vaters bzw. der Mutter noch deren Aufenthaltsort. Sie sind in ihren Fragen, ihrer Phantasie und in ihren Befürchtungen in Bezug auf die Situation des Inhaftierten alleingelassen. Sie spüren, dass etwas nicht stimmt, machen sich Sorgen und sind in Gefahr, in der Familie eine Mitverantwortung zu übernehmen, die nicht kindgemäß ist.

Kinder, Partner, Partnerinnen und Eltern von Inhaftierten fühlen sich häufig mitschuldig an dem, was geschehen ist. Eine zentrale Frage für alle Beteiligten ist, ob und wie über die Inhaftierung gesprochen werden kann. Befürchtete oder real erfahrene Diskriminierung führen die Familie in die Isolation.

Seelsorger und Seelsorgerinnen in den Justizvollzugsanstalten sind Ansprechpartner für die Angehörigen.

 

Die Mitglieder der AG Angehörigenarbeit sind schwerpunktmäßig mit der Seelsorge mit Angehörigen betraut:

  • an der JVA Attendorn: Pfarrer Lutz Greger

  • an der JVA Frankfurt III Preungesheim: Pfarrerin Karin Greifenstein

  • an der JVA Butzbach: Pfarrerin Barbara Zöller

  • an der JVA Dortmund: Pfarrerin Barbara Pense

  • an der JVA Meppen: Fritz-Georg Schnoor

 

Wir bieten an:

  • Einzelgespräche

  • Familiengespräche

  • Paargespräche

  • Ehe-, Partnerschafts- und Familienseminare

  • Familienbegegnungstage und -sonntage

  • Kontakte zu Pflegefamilien

 

Wir machen in Kirche und Gesellschaft öffentlich, was die Situation von Angehörigen Inhaftierter ausmacht und welches Engagement notwendig ist, damit die Betroffenen nicht ins Abseits geraten.

 

Die Mitgliederversammlung der Evangelischen Konferenz für Gefängnisseelsorge in Deutschland hat sich 2014 in einer Stellungnahme zum Thema Angehörige geäußert.

 
 

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