Arbeitsgemeinschaft Frauenvollzug

5 Prozent der in Deutschland inhaftierten Menschen sind Frauen.

93% von ihnen sitzen wegen Eigentumskriminalität in der minderschweren Form wie Diebstahl, Betrugs-Delikten sowie Bestell- und Scheckkartenbetrug und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz hinter Gittern.

Mindestens die Hälfte der Frauen ist suchtkrank.

Bei Gewaltkriminalität sind sie kaum vertreten; ebenso wenig bei Wirtschafts-, Umweltkriminalität und Verkehrsdelikten. Dies hat zur Folge, dass Frauen auch kürzere Haftstrafen verbüßen, bei der Hälfte liegt sie bei höchstens 9 Monaten. Der Anteil an Frauen mit Ersatz-Freiheitsstrafen ist steigend, mit durchschnittlich 10 Prozent liegt er um ca. 3 Prozent höher als bei Männern. Besonders betroffen ist die von Altersarmut betroffene Gruppe der über 50-Jährigen.

Die Hälfte der Frauen verfügen nach ihrer Entlassung über völlig unzureichende soziale Netze. Viele entgehen der drohenden Obdachlosigkeit, indem sie ihre neu gewonnene persönliche Freiheit aufs Spiel setzen und sich zum Preis einer Unterkunft in erneute Abhängigkeiten begeben.

Auf Frauen zugeschnittene Behandlungsmöglichkeiten von Abhängigkeit von Medikamenten, Drogen und/oder Alkohol, psychiatrischen Erkrankungen und posttraumatischen Belastungsstörungen sind immer noch völlig unzureichend.

Projekte der Schuldenberatung und Haftvermeidung, die durch entsprechende Arbeitsangebote eine Umwandlung von Geldstrafen in Freiheitsstrafen verhindern, müssten dringend ausgebaut werden.