Restorative Justice

„Restorative Justice" (RJ) verfolgt andere Ziele und nutzt andere Methoden als "Criminal Justice". Bei Criminal Justice geht es um die Vergeltung eines Unrechts mit einem Strafübel. RJ ist eine Reaktion auf Delikte, die das Opfer, den Täter und die Gemeinschaft/Gesellschaft in die Suche nach Lösungen involviert, die auf die Wiederherstellung von positiven sozialen Beziehungen, insbesondere auf Wiedergutmachung, Versöhnung und Vertrauensbildung hin, orientiert sind. RJ geht es um den bestmöglichen Umgang mit unerwünschten Folgen (materiellen und immateriellen Schäden) eines unerwünschten Vorfalls.

In Deutschland wird Restorative Justice weitgehend mit Täter-Opfer-Ausgleichs-Projekten identifiziert. 

 „Restorative Justice“ ist ein Prozess „Dinge so gut wie möglich in Ordnung zu bringen“ („to make things right“). Das schließt ein: 

  • kooperative Strukturen - Im „Restorative Justice“-Prozess werden primäre und sekundäre Opfer und deren Familien, Täter und deren Familien, Vertreter des Gemeinwesens und der Politik, Kirchenvertreter und Vertreter von Schulen und andere mit einbezogen;

  • die Folgen einer Straftat zu begrenzen, d.h. zuerst für die Sicherheit von Opfer und Gemeinwesen zu sorgen, damit keine weitere „Verletzungen“ entstehen. 

Die Rechtspraxis im „Restorative Justice“ beinhaltet verschiedene Mediationspraktiken und religiös-spirituelle Rituale als sinndeutender Rahmen – oft den „Kreis“ („circle“) als beziehungsfördernden Rahmen der Treffen. „Restorative Justice“ versteht das Verfahren:

  • als Lernsituation für den Täter, neue Wege und Handlungsmuster zu lernen und sich neu als Mitglied eines Gemeinwesens zu verstehen.

  • als Heilungssituation für das Opfer, indem Beratung, Therapie und andere Hilfen gewährt werden;

  • als Orientierungssituation für das Gemeinwesen. „Restorative Justice“ ermuntert kommunale Institutionen – eingeschlossen kirchlicher Institutionen – zu einer Rolle, moralische und ethische Standards zu etablieren, um neue, nachfolgende, verantwortliche Strukturen zu schaffen, weil diese der Schlüssel zu einem (re)integrativen, vertrauensvollen Gemeinwesen sind.